Idee und Spielregeln

Beach-Tennis

Die Idee:
Jeden Sommer spielen Millionen von Urlaubern Tennis oder tennisähnliche Spiele am Strand. Viele machen hier mit Tennis die erste Bekanntschaft. Die Varianten sind vielfältig, die Regeln nicht normiert. Netzte gibt es nur selten. Meist spielt man nur mit dem Partner hin und her, um den Ball im Spiel zu halten, wertfrei, ohne zu zählen, ohne Ehrgeiz, nur zum Spaß. Die Feldgrößen sind beliebig. Vielfältige Wettkampfformen haben sich in der Folgezeit gebildet. Die Faszination des Spiels im Sand war so groß, daß sich daraus ein eigenes Sportspiel entwickelte. Seit dem Sommer 1998 wird Beach-Tennis als neue Sportart mit eigenem Regelwerk betrieben.

Maße:
Einzel: 18x6m
Doppel: 18x9m (Volleyballfeld)
Netz: 1,5m hoch

Ball: Methodikball
Punkt-, Spiel- und Satzgewinn:

Der Spielbeginn:
Das Spiel beginnt mit dem Losen um Aufschlag oder Platzseitenwahl. Der Sieger der Wahl kann Aufschlag, Rückschlag oder Seite wählen.

Der Aufschlag:
Der Aufschläger muß beim Aufschlag hinter der Grundlinie stehen. Der Ball wird bei Einzel und Doppel mit Aufschlag von unten ins Spiel gebracht. Beim Aufschlag kann das ganze gegnerische Feld angespielt werden. Es gibt nur einen Aufschlagversuch. Netzberührung ist Fehler! Der Aufschläger muß sich vergewissern und warten, bis sein Gegner spielbereit ist

Das Spiel:
Der Ball darf wie im normalen Tennisspiel einmal aufspringen. Im Sand wird der Ball meist als Volley gespielt. Bei festem sandigen Untergrund ist jedoch auch ein Aufspringen des Balles möglich.

Die Zählweise der Sätze:
Ein Satz endet mit 6 Spielgewinnen bei einem Vorsprung von 2 Spielgewinnen, wie im Tennis üblich. Bei 6:6 tritt die normale Tie-Break-Regelung inkraft.

Die Zählweise der Spiele:
Die traditionelle Zählweise mit 15, 30, 40 und Spiel bleibt bestehen - mit einer Einschränkung: Bei Einstand entscheidet der nächste Ball über den Spielgewinn.

Faszination Beach-Tennis

Die Taktik:
Durch die engen Maße des Spielfeldes ergeben sich beim Einzel viele Volleysituationen. Der tiefe Volley ist der meist gespielte Ball. Die beste Position ist die Mitte des Feldes, da man von hier das Netz, wie die Grundlinie gleich schnell erreichen kann. Volleystop und Volleylob sind die häufigsten Schlagarten. Um den Gegner in die hintere Feldhälfte zu zwingen und damit den hohen Volley oder Schmetterschläge zu verhindern, werden Lobs gespielt, die in dem tiefen Sand nur schwer zu erlaufen sind. Die Netzhöhe von 1,5m läßt daher Kill- und Schmetterschläge nur in unmittelbarer Netznähe und in sehr begrenztem Umfang zu.

Die Doppeltaktik des Beach-Tennis unterscheidet sich von der normalen Doppeltaktik nur durch die Position am Platz. Beide Spieler versuchen möglichst auf gleicher Linie zu stehen oder stehen seitlich gestaffelt hintereinander in der Mitte des Feldes. Tiefe Volleys sind gute Mittel, um erfolgreich zu sein. Um Zeit zu gewinnen und damit die Standartposition wieder einnehmen zu können, empfiehlt sich auch hier der Lob. Kennzeichen des Doppels im Beach-Tennis ist der "Hechtschlag".

Die konditionellen Anforderungen:

Je tiefer der Sand, desto kraftraubender ist das Spiel. Bei einem tiefen Boden zwei Gewinnsätze spielen zu wollen, erfordert und gibt eine hervorragende Kondition. Die ständigen Start-, Brems-, Sprung-, Umkehr- und Drehbewegungen beanspruchen die gesamte Muskulatur, besonders die der Beine. Um Überforderungen zu vermeiden, ist es empfehlenswert, zunächst nur auf einen Gewinnsatz zu spielen. Die Intensität ist erheblich höher als beim normalen Tennisspiel. Ein entsprechender Wasser- und Energieausgleich ist bei längerer Spielzeit unbedingt erforderlich.

Quelle: Mensing, Eberhard/ Ausschuß Breitensport des DTB: Beach-Tennis. Die offiziellen Regeln im Breitensport.