Leitfaden
Die Aufgaben eines Sportwartes
Ein Grund, warum es viele Mitglieder ablehnen, ein Ehrenamt zu übernehmen: Sie wissen gar nicht, was mit dieser Position auf sie zukommt. Wir schaffen Klarheit.
Das Jahr 2001 war das Jahr des Ehrenamtes. Während dieser 12 Monate, wurden Menschen für ihr freiwilliges Engagement besonders geehrt und gewürdigt. Und das zurecht. Denn ein Verein kann ohne diese Menschen heute nicht mehr existieren.
Gründe, warum immer weniger Frauen und Männer sich bereit erklären, ein Amt in der Vorstandsschaft freiwillig zu übernehmen, gibt es vermutlich viele. Einer davon ist sicherlich die Tatsache, dass sie vor dem unbekannten Aufgabenberg und der Verantwortung zurückschrecken. Doch diese Scheu ist unbegründet. Gut informiert und vorbereitet, ist jeder Posten zu meistern. Auch der des Sportwarts in Ihrem Tennisverein.
Der Sportwart:
• Der Sportwart kann, wenn es keinen zweiten Vorsitzenden im Verein gibt, den zweiten Vorstand, zusammen mit zwei anderen Vorstandsmitgliedern, vertreten.
Seine Funktion:
• Der Sportwart ist für den ganzen Sportbetrieb zuständig. Er vertritt sämtliche sportlichen Interessen des Vereins.
Seine Aufgaben:
• Der Sportwart organisert die Sportausschusssitzung, stellt dafür die Tagesordnung auf und übernimmt die Termin- und Jahresnplanung.
• Zusammen mit Vereinstrainern koordiniert er Mannschaftsaufstellungen und die Einteilung des Trainings.
• Damit der Sportbetrieb auch wie am Schnürchen läuft, legt der Sportwart vor der Eröffnung der Tennissaison einen Plan für die Abwicklung des gesamten Spiel- und Trainingsbetriebs vor.
• Zudem informiert der Sportwart den Vorstand über die Teilnahme der Spieler an Verbandsturnieren und bittet um Genehmigung.
• Er klärt die Trainerfrage und bestimmt, welche Aufgaben welcher Trainer im Verein übernimmt.
• Er organisiert Freundschaftsspiele und bestimmt den Mannschaftsführer.
• Die Turnier- und Mannschaftsmeldung, die reibungslose Turnierteilnahme sowie die Betreuung vor Ort fallen ebenfalls in seinen Zuständigkeitsbereich.
• Der Sportwart wertet die Spielergebnisse aus, erstellen und überwacht Rankings. Alle sportlichen Ergebnisse werden von ihm an den Pressewart weitergeben.
Seine Rechte und Pflichten:
• Als Sportwart verfügt man über einen eigenen Etat im Verein. Dieser wird von ihm an die entsprechenden Sparten und Abteilungen verteilt.
• Der Sportausschuss, der sich aus der Spielerversammlung zusammensetzt, ist dem Sportwart unterstellt. Der Sportwart kann auf die Unterstützung von Vorstand, Sportausschuss, Trainern und Mannschaftkapitäne bauen. Um immer auf dem neuesten Stand zu sein, sollte der Sportwart an allen Tagungen und Versammlungen von Kreis, Bezirk und Verband teilnehmen.
Unser DTZ-Rat:
Vergewissern Sie sich bei Amtsübergabe umgehend, ob Verein, Spieler und Trainer ausreichend versichert sind.
Zeigen Sie besondere Vorsicht bei der Platzeinteilung. Sorgen Sie dafür, dass sich keiner benachteiligt fühlt und kein Interessenkonflikt die Stimmung im Verein trübt.
Gehen Sie, wenn möglich, auf die Wünsche und Vorschläge der Vereinsmitglieder ein. Auch sie können gute Anregungen zum Sportbetrieb im Verein beisteuern.
Delegieren Sie soviel wie möglich.
Obwohl die Punkte „sei diplomatisch, ausgleichend und verbindlich“ in Ihrem Aufgabenregister ganz oben stehen sollten, müssen Sie trotzdem bestimmend und energisch auftreten. Nur wer klar sagt, wo es lang geht, ist auch in der Lage ein solches Amt richtig zu leiten.
HILFREICHE LITERATUR
Zum diesem Thema gibt es das Buch von Peter Schauer „Sportveranstaltungen der Vereine. Veranstaltungsmanagement." Das Buch kostet 17,39 Euro und ist im Deckersverlag in Heidelberg erschienen. ISBN: 3-768533-948.
Um einen Überblick zu bekommen, was Sie als Vereinsfunktionär so alles erwartet, könnte auch ein Blick in „Mein Verein und ich helfen“. Das Buch von Claus Hermsen ist 1995 im Hüthig Verlag erschienen. ISBN 3-7785-2351-2.
Anmerkung TV Pfalz:
Diese Aufgabenbeschreibung betrifft im Wesentlichen den Bereich Wettkampsport. In der Praxis des modernen Vereinslebens empfehlen wir, auch einen Sportwart und Jugendwart für den Bereich Breitensport in den Vorstand einzubinden.
Text: Deutsche Tennis Zeitung
Autorin: Wicke Rahe
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